Technopolitisches Design: Die Gestalt von Beteiligungsformaten

Dissertationsprojekt Carolin Thiem

In den letzten Jahren hat sich mit dem Ruf nach mehr Partizipation in der Bevölkerung und durch die Verfügbarkeit neuer (digitaler)Technologien eine neue Beteiligungslandschaft im öffentlichen Sektor entwickelt. Oft haben Formate wie Hackathons, Ideenwettbewerbe oder Mobile Applikationen ihren Ursprung im ökonomischen Sektor, weshalb sie auch im öffentlichen Bereich effektiv und rational funktionieren sollen. Sie werden gewissermaßen als Instrumente mit gezieltem Output eingesetzt - als Technologien. Folgend dem Ansatz, dass auch Politik technologisiert werden kann, wird diesen Formaten auf den Grund gegangen. Denn oft bleibt unklar, an was sich überhaupt beteiligt wird oder auch wie Beteiligung von BürgerInnen an solch voraussetzungswürdigen Formaten wie „Civic Hackathons“ (spezielle Expertisen werden abverlangt, Beteiligung über längeren Zeitraum hinweg, herrschende Unkenntnis, wie ein Format abläuft, etc.) überhaupt zu Stande kommt. Die These ist dahingehend, dass Design durch die Gestaltung von Beziehungen in Bezug auf Semantiken, Organisationen und Praktiken zwischen unterschiedlichen Entitäten (Infrastrukturen, Körpern, Diskursen, etc.) die Formate stabilisiert und so Beteiligung ermöglicht. Durch Output-orientiertes gestalterisches Vorgehen seitens verschiedener Akteure wird Beteiligung technologisiert.

Dieses Projekt ist Teil des Forschungsprogramms des MCTS

Das Forschungsprojekt untersucht mit Hilfe von qualitativer empirischer Forschung verschiedene Beteiligungsformate im öffentlichen Sektor. Diese werden in der Konstruktion, Anwendung sowie im medialen Diskurs betrachtet, was einen multimethodischen Zugang zum dem Forschungsfeld erfordert. Anhand verschiedener Fallbeispiele werden Ambivalenzen (Offenheit/Geschlossenheit; Spaß/Seriösität; Experiment/Output-Orientiert) des jeweiligen Formats reflexiv betrachtet und analysiert.