TechnoCitizenScience: Bürgerinnovationen in Wissenschaft und Technik

In Forschung und Innovation wird den Aktivitäten von Bürgern eine wachsende Bedeutung zugeschrieben. Dies ist nicht zuletzt einer allgemeinen Erweiterung von Partizipations-, Vernetzungs- und Kollaborationsmöglichkeiten durch das Internet geschuldet. Diese Entwicklung korrespondiert mit dem gesellschaftlichen Leitbild einer Öffnung von Wissensproduktion und Technikentwicklung über die Grenzen von Organisationen und Professionsgemeinschaften hinaus: Die Herstellung von Wissen  und Innovation soll nicht länger nur in den geschlossenen Laboren der ExpertInnen erfolgen, sondern zum Gegenstand bürgerschaftlichen Engagements werden.  Im Fokus des Projekts steht die Analyse von rezenten Beteiligungsformen von BürgernInnen in den Natur- und Technikwissenschaften, die nicht vornehmlich auf diskursiver Teilhabe, sondern materieller Ko-Produktion basieren. Das Vorhaben will versuchen aufzudecken, inwiefern aktuell diskutierte Phänomene in diesem Bereich (Citizen Science, CivicTech, DIYBio, MakerMovement) den Erwartungen im öffentlichen Diskurs entsprechen. Das Vorhaben nähert sich seinem Gegenstand durch Dokumentanalysen, Interviews und Ethnografien. Es orientiert sich an folgenden Leitfragen:

  • Welche Dynamiken sind zu beobachten?
  • Wie werden Potentiale & Herausforderungen eingeschätzt?
  • Was sind die sozio-technischen Voraussetzungen?
  • Welche Typen von Partizipation lassen sich unterscheiden?
  • Welche Entwicklungspfade zeichnen sich ab?

Die Ausgangsüberlegung des Vorhabens ist, dass die digitale Revolution zwar neue Möglichkeitsräume für Partizipation schafft, die Ausschöpfung und Ausformung dieser Möglichkeitsräume aber von der Gestaltung spezifischer techno-sozialer Settings abhängt, die mit drei Spannungsverhältnissen umgehen müssen – und zwar zwischen 

  • formaler und informaler Expertise
  • Geschlossenheit und Offenheit
  • Instrumentalisierungsbefürchtungen und Emanzipationshoffnungen

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Projektleitung:

@ KIT: Dipl.-Pol. Christopher Coenen

@ TUM: Christoph Schneider M.A.

Teilprojekte: