Studierende am Haupteingang (Heddergott, Andreas/TUM)

Forschungsprojekte

Das Wissen der TechnoSociety

Durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien wird Wissenschaft tief in die Lebenswelt hineingetragen. Die Digitalisierung verändert aber auch die Wissensproduktion selbst. Wissensproduktion ist nicht mehr allein eine Domäne von Experten. Was bedeutet die Vergesellschaftung der Wissenschaft und ihr Komplementär, die Verwissenschaftlichung der Gesellschaft, heute - unter den Bedingungen digitaler Vernetzung? Dies untersuchen wir anhand von Aktivitäten von Laien in Forschung und Entwicklung sowie der Einbindung von Bürgern bzw. Nutzern in die Wissensproduktion von Politik und Wirtschaft (Inklusionsapparate, Dickel), (Technopolitisches Design, Thiem), (Citizen Engineering als neue Form der Bürgerpartizipation?, Wenten).

Die Organisation der TechnoSociety

Die TechnoSociety stellt an Organisationen neue Anforderungen der Wissensbasierung und Technisierung ihrer Abläufe. Organisationen müssen sich heute zudem mehr denn je als innovative Akteure positionieren, die auch bereit sind, eigene Strukturen auf Basis neuen Wissens zu hinterfragen und zu modifizieren. Wie Organisationen diese Anforderungen bewältigen, rekonstruieren wir durch Fallstudien, die Technische Universitäten untersuchen (Technologies of Change, Schröpfer).

Die Sozialität der TechnoSociety

Charakteristisch für die Verfasstheit der TechnoSociety ist, dass Technisches und Gesellschaftliches einander in neuartiger Weise und Vielfalt durchdringen. Dabei muss das Verhältnis von Menschen als vermeintlich freien, selbstbestimmten Akteuren und von Maschinen, als fremdgesteuerte Objekten ohne Akteurs-Status, neu überdacht werden. Dazu nehmen wir den Einfluss von Neurowissenschaft und Robotik auf soziale Beziehungen in den Blick: Inwiefern stellen die technologischen Angebote der Neurowissenschaften soziale Selbstverständnisse und Verkehrsformen auf eine neue Grundlage (NeuroTechSociety, Maasen)? Und wie verändern soziale Assistenz-Roboter Arbeits- und Lebenswelten (Soziale Robotik, Lipp), wenn Maschinen selbst den Status technosozialer Akteure einnehmen?

Die Natur der TechnoSociety

In der TechnoSociety wird die Unterscheidung von technischer Künstlichkeit und organischer Natürlichkeit brüchig. Natur wird zunehmend technisch gemacht, Technik selbst wird zur zweiten Natur. Das Resultat sind Biofakte Objekte, die in beide Richtungen, Technik und Natur, verweisen. Dies zeigt sich besonders am Fall von Lebensmitteln: In der TechnoSociety begegnen uns etwa Bio- und Gen-Tomaten und nur auf den ersten Blick lassen diese sich eindeutig dem Reich des Natürlichen bzw. dem Reich des Künstlichen zurechnen. Wir untersuchen in unseren Forschungsprojekten sowohl die Produktion (Gutes Essen, Sutter) als auch den Konsum von Biofakten (Bio, natürlich, gesund, Trachte).