Demokratisierung von Produktion und Arbeit

Dissertationsprojekt Klara-Aylin Wenten

Die immer wiederkehrende Debatte um eine Demokratisierung von Produktion und Arbeit erhält gegenwärtig im öffentlichen Diskurs erneut große Aufmerksamkeit. Insbesondere in sogenannten „Makerspaces“ (partizipativen, allgemein zugänglichen Werkstätten) sollen neue Ansätze von demokratischen Produktions- und Innovationspraktiken entstehen, die immer mehr zu einer Professionalisierung und Kommerzialisierung führen. So werden auch die Rolle und das Verständnis von Arbeit in einen neuen Kontext gesetzt.

Fragestellung

Inwiefern findet in Makerspaces eine Demokratisierung von Produktion und Lohnarbeit statt? Wie werden Produktion und Lohnarbeit in Makerspaces (neu) verhandelt? Welches Verständnis und welche Formen von Arbeit sind in Makerspaces aufzufinden?

These

Makerspaces können als Experimentierfeld für eine neue Form von Arbeit verstanden werden, in denen demokratische Elemente im Konflikt mit gegenwärtigen kapitalistischen Innovationspraktiken stehen. Die Demokratisierung von Arbeit bleibt daher weiterhin geprägt von Strukturen, die auf der Grundlage von Lohnarbeit und dementsprechend einem Abhängigkeitsverhältnis zwischen Arbeitnehmer*in und Arbeitgeber*in basieren. Die Demokratisierung von Produktion und Arbeit kann demzufolge (bislang) nur in der Nutzung von Infrastruktur, Produktionsmitteln und dem Teilen von Wissen stattfinden.

Beitrag zur Dimension „Beteiligung“

Das zunehmende Interesse an einer demokratischeren Arbeits- und Produktionsform soll maßgeblich zur Verankerung der Produktion in der Mitte der Gesellschaft und somit zu einer größeren Mitbestimmung beitragen. Diese größere Verantwortung verspricht bisher, neue Perspektiven und Gestaltungsoptionen in Innovationsprozesse einzubringen.